50 Jahre lang Mittelpunkt des Quartiers
Die Heilig-Geist-Kirche im Corelli-Viertel wurde 1966 als modernes Gemeindezentrum von Architekt Ingo Beucker entworfen. Über 50 Jahre lang war der markante Betonbau der lebendige Mittelpunkt des Quartiers. Doch sinkende Mitgliederzahlen und sanierungsbedürftige Bausubstanz führten dazu, dass die Kirche am 3. Oktober 2020 feierlich entwidmet wurde.
Abschied mit Nachhaltigkeit
Beim Abriss wurde großer Wert auf die Weiterverwendung des Inventars gelegt. Die Kirche lebt in vielen Teilen der Welt weiter:
Die Orgel: Das klangvolle Instrument der Firma Führer (1969) spielt heute in Asnières-sur-Seine bei Paris.
Materialien: Holz der Kirchenbänke, Leuchten und sogar die Kindergartenküche fanden neue Besitzer und Nutzungen.
Die Glocken: Sie wurden zunächst im Jahr 2021 für eine Ausstellung an das Kunsthaus Zürich ausgeliehen und läuten nun in der Gustav-Adolf-Kirche in München.
Ein neuer Ort der Begegnung
Nach dem Rückbau gestaltet die Düsseldorfer Wohnungs-Genossenschaft (DWG) das Gelände neu. Wo einst die Kirche stand, entstanden ein Kindergarten mit Familienzentrum, barrierefreie Wohnungen und eine Tagespflege der Diakonie für Menschen mit Demenz. Ein Gemeinschaftsraum, in dem die Kirchengemeinde weiterhin präsent bleibt.
Die Erinnerung bleibt
„Der Allerhöchste wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind.“ (Apg. 7,48). Auch wenn das Gebäude verschwunden ist, bleibt der Geist der Gemeinschaft lebendig. Die Gemeinde blickt dankbar auf Jahrzehnte voller Gottesdienste, Musik und sozialen Engagements zurück – von der Flüchtlingshilfe bis zum ökumenischen Dialog.
Interessierte an der Geschichte der Heilig-Geist-Kirche können sich gerne an das Gemeindebüro wenden. Dort ist ein Erinnerungsbuch erhältlich.